Frischer Wind im Radio mit Special Interest Programmen


Die neu gegründete Gesellschaft PRD – Privates Radio Deutschland GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, den Radiomarkt auf nationaler Ebene für neue Inhalte zu erschließen und damit die Medien-Landschaft um völlig neue Formate zu bereichern. Das Konzept des Unternehmens besteht unter anderem in einer völlig neuen Segmentierung des Hörfunkmarktes in Interessengebiete, die im Einzelnen ausreichend scharf auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten ist, in der Gesamtheit aber einen wesentlichen Teil der Bevölkerung abdeckt. Als übergeordnete Themen für solche interessenspezifischen Programme seien beispielhaft Sport, Reisen, Gesundheit oder Natur genannt.

Ungeachtet des Umstandes, dass der Markt für Rundfunkanbieter durch fehlende UKW-Frequenzen für neue Anbieter verschlossen ist, bietet die Öffnung der digitalen Rundfunktechnologie DAB+ für bundesweite Programme die Möglichkeit eines solchen neuen Programmkonzeptes in Ergänzung zu dem bis heute hautsächlich regional geprägten Radioangebot. Für PRD – Privates Radio Deutschland GmbH kommt deshalb nur DAB+ als Übertragungsweg in Betracht. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen an den Vorsitzenden der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK), Herrn Dr. J. Brautmeier, gewandt, mit der Bitte, das Verfahren für die Ausschreibung eines 2. nationalen DAB+ Multiplexes anzustoßen.

Dabei ist der neue Übertragungsweg (DAB+) ungeachtet der unbestrittenen technischen Möglichkeiten und der kosteneffizienten Verbreitung keineswegs ein natürlicher Vorteil, sondern zunächst nur ein notwendiges Übel, da die Rechnung nur dann aufgehen wird, wenn es gelingt, die Marktdurchdringung mit DAB+ – fähigen Empfangsgeräten deutlich zu steigern.

Es kommt deshalb elementar und zunächst mit absoluter Priorität darauf an, Empfangsgeräte für den neuen Übertragungsweg in den Markt zu bringen. Die neue Programmgestaltung wird dabei der Schlüssel sein, um eine erfolgreiche und in Zahlen messbare, schnelle Versorgung des Marktes mit digitalen Empfängern zu erreichen und so das Reichweitenproblem auf der Empfängerseite zu lösen.

Um aus dem neuen Programmangebot eine „runde Sache“ zu machen, bedarf es einer Vielzahl von Special Interest Segmenten, die den eigentlichen Kundennutzen darstellen und inhaltlich wie auch in der Kommunikation massiv, das bedeutet insgesamt breit angelegt und wahrnehmbar, sein müssen. Und erst dann werden auch die technischen Möglichkeiten, die DAB+ in großem Maße bietet, zur Entfaltung gelangen.

Alle Versuche der vergangenen 13 Jahre – angefangen mit dem berüchtigten „Startszenario 2000“ haben jedenfalls gezeigt, dass es anders nicht geht und es gibt keinen Anlass daran zu glauben, dass sich daran ohne einen zweiten, in der beabsichtigten Art genutzten Multiplex auch nichts ändern wird. Auch diverse technologiegetriebene Randnutzen wie TPEG, Journaline, Emergency Warning Function, Slide-Shows und andere konnten und können nicht die entscheidenden Argumente im Massenmarkt liefern.

DAB ist eine Technologie, die als solche keinen Kundennutzen generiert. Ein Bedarf bei den Hörern, Nutzern von UKW-Radios, war nicht vorhanden und konnte auch durch die Ausstrahlung von Programmen im Simulcast-Betrieb oder durch die Verbreitung gleichartiger Programme über den neuen Träger bisher nicht geschaffen werden.

Die Einführung des digitalen Radios DAB+ ist auch keineswegs unumkehrbar, da die Argumente für neue Übertragungswege neben oder gar an Stelle des etablierten UKW-Marktes nach wie vor fehlen und eine Aufrechterhaltung des DAB+ Sendebetriebes ohne ein tragfähiges Geschäftsmodell auf Dauer zu teuer wird.

Vieles wurde in der Vergangenheit getan, um eine Technologie zu vermarkten. Die Anzahl der in den Verkaufsprospekten zu findenden Modellen von DAB+ Empfangsgeräten ist mehr als beeindruckend und dies zu erschwinglichen Preisen. Nur verkauft sich ein Empfangsgerät eben nicht, weil es „digital“ ist oder leuchtet oder schön glänzt. Nur das, was aus dem Gerät herauskommt, zählt bei dem Versuch, den Verbraucher zum Verkauf zu bewegen.

PRD – Privates Radio Deutschland GmbH tritt an, um nun endlich die Antwort auf die Frage von Gert Mustermann zu geben: warum soll ich mir ein DAB+ Radio kaufen?

Gelingt es uns, ein überzeugendes Produkt anzubieten, so wird am Ende auch für die Protagonisten der digitalen terrestrischen Radiotechnologie die Feststellung stehen: „Es war schwierig, aber es hat sich trotz aller Rückschläge gelohnt, daran festzuhalten“.